Helgoland im Winter

Warum in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah!

 

Im letzten Jahr habe ich mich unsterblich in die Seelöwen auf Galapagos verliebt.

Doch das Wiedersehen wird wohl noch etwas dauern...

Zum Glück haben sie Verwandte auf der ganzen Welt. Auch in Deutschland!

 

Und so verschlägt es uns an einem stürmischen Morgen im Januar auf das Schiff Richtung Helgoland.

Von November bis Januar bringen nämlich dort die Kegelrobben ihre Jungen zur Welt. Um es vorweg zu nehmen:

Zuckerzuckerzuckersüß!!!

 

Die Überfahrt

Von Cuxhaven fährt auch im Winter regelmäßig ein Schiff nach Helgoland

Ich hatte "Frachtschiffcharakter" erwartet und war überrascht. Aber "Kreuzfahrtflair" beschreibt es wohl besser. Große Fenster, gemütliche Sitzecken, Frühstück mit Prosecco. Super!

Hatte ich erwähnt, dass der Morgen stürmisch war? Die kleinen blauen Papiertüten legt die Reederei wohl nicht umsonst an jedem Platz aus...

Die letzte Stunde der Überfahrt verbrachte ich als hinten im Schiff mit starrem Blick auf den Horizont. Sonst hätte ich die Tüten wohl auch gebraucht.

Wenn Du mal seekrank warst, kennst Du das: Sobald Dein Fuß den festen Boden berührt, ist alles wieder gut.

Kegelrobben auf der Düne

 

Ich kann Euch nicht sagen, wie aufgeregt ich war.

Werden überhaupt Kegelrobben da sein? Hoffentlich auch ein paar kleine flauschige Babies...

Vom Anleger in Helgoland schippert ein kleines Boot jede halbe Stunde auf die Nachbarinsel Düne. 

 

Die Luft riecht wunderbar salzig. Strand und Meer sind auch in gedeckten Farben eine Augenweide. Und dann sind sie da:

Die ersten Robben liegen zwischen den Dünen und am Strand. Wie schön! Mitten in Deutschland! Nur 4,5 Stunden von zu Hause entfernt.

30 Meter Abstand soll man einhalten. Das fällt gar nicht so leicht. Muss aber sein. Sie sollen sich ja weiterhin wohlfühlen und wiederkommen.

Dass sie sich wohlfühlen, merkt man am diesjährigen Rekord. Bis 05.01. wurden 352 neue Jungtiere gezählt.

Das macht irgendwie glücklich, oder? 

Helgoland an sich

 

Helgoland besteht aus Unter- und Oberland. Und ist so klein, dass man an einem Wochenende wirklich alles sehen kann. Autos gibt es keine. Und Fahrradfahren dürfen auch nur die Kinder. Dafür fahren die Einheimischen mit Tretrollern.

Es gibt kein Schickimicki, dafür gemütlich Lokale. Fisch, Krustentiere und Eiergrog sind die Spezialitäten der Insel. Und man kann zollfrei einkaufen. 

Zu Deutschland gehörte Helgoland nicht immer. Zwischendurch hatte in Kriegszeiten England die Vorherrschaft. Und gesprengt werden sollte die Insel 1947 auch einmal. Das hat sie aber dank des besonderen Gesteins einfach so weggesteckt. Heute kann man noch Bunkerführungen machen, was wirklich interessant sein, wenn man sieht, wie viele versteckte Türen es überall auf der Insel gibt.

 

Das Oberland

 

Bei einem Spaziergang auf dem Oberland bekommt man einen guten Blick für die roten Sandsteinfelsen und kann die vielen Gesteinsschichten gut erkennen.

Doch irgendwann fragst Du Dich: Woher kommt der Lärm?

 

Helgoland ist auch bei diversen Seevögeln sehr beliebt und die Lummen sind schon da, um die besten Felsenplätze zu besetzen. 

Ein bisschen haben sie uns an Pinguine erinnert. Was ein bisschen traurig macht, ist die vielen Netze zu sehen, die als Nistmaterial von anderen Seevögeln auf die Felsen geschleppt wurden, denn das ganze ist natürlich gefährlich zwecks Verhedderungsgefahr. Die Lummen haben sich zum Glück nicht darum geschert. Sie legen ihre Eier generell einfach auf den Felsboden. Im Sommer kann man hier dem Lummensprung zusehen. Auf Helgoland lernt man das Fliegen auf die harte Tour.

 

 

Viel zu schnell vergeht die Zeit auf der kleinen Insel. 

Und dann stehst Du schon wieder am Hafen, betrittst das Boot (diesmal für eine sanfte Überfahrt) und winkst  noch ein letztes Mal zur Düne rüber.

 

"Macht' gut, Ihr Kleinen. Werdet groß und habt ein schönes, wildes Leben. Wir sehen uns..."

 

 

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Bee (Sonntag, 15 Januar 2017 13:10)

    Man muss manchmal gar nicht so in die Ferne schweifen :) Helgoland hört sich einerseits verlockend an, aber noch nicht mal mit dem Fahrrad, das kommt für mich dann leider nicht in Frage. An sich liebe ich das Meer im Winter, ich empfinde das als wunderbar befreiend und es hat einen ganz speziellen Reiz.

    Herzliche Grüße, Bee

  • #2

    Paleica (Montag, 16 Januar 2017 08:33)

    ach, die deutschen inseln. wären sie nicht von wien doch ein stückchen weit weg... irgendwann will ich aber inselhopping machen, denn da gibt es soviel zu sehen. die robben sind unglaublich süß!

  • #3

    Markus (Montag, 16 Januar 2017 13:23)

    Ahhh wie schön! Ich vermisse die Nordsee! und das Meer ansich sowieso... Ich mag diese Eindrücke sehr und sie machen mir ganz viel Lust auf Urlaub. Allein wenn ich an die Geräusche und Gerüche denke... Herrlich!

  • #4

    Tabitha (Sonntag, 22 Januar 2017 10:18)

    @Bee: Befreiend drückt es wirklich schön aus. Diese Klarkeit & Weite plus das Durchatmen.

    @Paleica: Stimmt, aus Wien muss man einmal quer durch Deutschland. Dann lohnt es si h wahrscheinlich gleich ein paar zu besuchen ;-) Norderney ist auch wunderschön.

    @Markus: Diese salzige Meeresluft und das Rauschen vermisse ich auch immer wieder im Alltag...

  • #5

    Melli (Sonntag, 22 Januar 2017 12:17)

    sind die aber süß :)
    Robben sind meine absoluten Lieblingstiere, da muss ich für nächsten Winter unbedingt einen Besuch dort einplanen
    Liebe Grüße

  • #6

    Christine (Samstag, 28 Januar 2017)

    Sehr wahr! Manchmal übersieht man wirklich welche Ziele so schön und doch auch so nah wären...
    Und ich muss schon sagen: diese Robben sind ja soooooooooo süß. Also da geht einem das Herz auf!

  • #7

    Claudia (Montag, 30 Januar 2017 14:38)

    Oh ja, die sind wirklich süß!!! Wäre Helgoland nur nicht so weit weg von Köln... In Holland habe ich Robben bisher nur aus der Ferne auf einer Sandbank gesehen.

  • #8

    Tabitha (Montag, 13 Februar 2017 20:02)

    @Melli: Wenn das Deine Liebligstiere sind, dann ist es der perfekte Ausflug für Dich :-) Verzückungsfaktor gaaaaanz hoch!!!

    @Christine: Ja, irgendwie schaut man selten in die Nähe und denkt man manchmal auch, dass man die nahen Ziele auch machen kann, wenn man alt ist ;-) Dabei bin ich selten so gut runtergekommen wie auf diesem kurzen Trip.

    @Claudia: Von Köln sind es tatsächlich ein paar Stunden mehr... Vielleicht kann man es mal generell mit der Küste kombinieren.