Kruger Park - On a budget

 

Kruger National Park - Hier leben auf 20.000 Quadratkilometern über 140 Säugetier- und über 500 Vogelarten. 

Und damit ist er wahrscheinlich ein Sehnsuchtsziel für jeden Tierfreund, der Elefanten, Löwen, Zebras, Giraffen, Nashörner und die vielen anderen Bewohner gern in Freiheit sehen möchte.

Wer den Kruger Park besuchen möchte, hat verschiedene Optionen. Ganz grob lassen sie sich so unterschieden: 

- Selbstorganisiert mit Mietwagen in den staatlichen Camps unterwegs 

- Buchung eines All-Inklusive-Pakets in den Luxus-Lodges mit allen Annehmlichkeiten und geführten Touren

 

Oftmals haben die Lodges in den privaten Game Reserves Zugang zu besonders tierreichen Gegenden; wir haben uns jedoch trotzdem für die erste Variante entschieden, was vor allem an zwei Dingen liegt: Ich bestimme gern selbst das Programm, und wenn ich mich entscheiden muss, dann mache ich gern einfach mehr Trips und Reisen als Geld für Luxus auszugeben. 

 

Zu Buchungsdetails (und Kosten) komme ich später noch, aber das Fazit schon einmal vorweg:

  • Es waren großartige vier Tage (die auch absolut ausgereicht haben)
  • Wir haben jeden der Big Five sogar mehrfach gesehen
  • Ich habe keinerlei Luxus vermisst
  • Im Süden halten sich die meisten der großen Säugetiere auf. Je weiter nördlich man kommt, desto "dünner" die Besiedelung.
  • Die beste Anschaffung war ein Heft mit Karten des Parks und Bildern zur Tierbestimmung (gibt es in jedem Camp).

The Big Five

Ankommen

Nach einer Woche Kapstadt und Garden Route nehmen wir den Flieger von Port Elisabeth und landen in Nelspruit. 

Hier wartet schon der Mietwagen auf uns, der uns noch am selben Abend nach Komatipoort direkt an das Crocodile Bridge Tor bringt. 

Im September, unserem Reisemonat öffnen die Tore morgens um 6h und schließen um 18h. Diese Zeiten gelten auch für die Camps im Inneren des Parks.

Ein Vorteile des Septembers als Reisemonat: Das Ende der Regenzeit steht bevor, und damit herrscht keine so üppige Vegetation; für Sichten und Beobachten ein echter Vorteil. Das Malariarisiko ist nicht so hoch wie in der Regenzeit. Aber der schönste Grund für das Frühjahr im Kruger Park (bei uns beginnt der Herbst):

Es ist Tierbaby-Zeit!!!

Tag 1 - Rundtour: Crocodile Bridge - Skukuza - Lower Sabie - Crocodile Bridge

 

Punkt 6 Uhr stehen wir am Gate. 

Die ersten Tiere, welche wir sehen sind nicht die omnipräsenten Impalas, sondern zwei Giraffen - Mutter und Kind, welches noch sichtlich wackelig auf den hohen dünnen Beinen ist. Nach und nach begegnen uns immer mehr Buschbewohner: Gnus, Kudus, Zebras, Meerkatzen, Hippos, Wasserbüffel und Pumba - das Warzenschwein. 

 

Während des Fahrens sind alle Sinne gespannt. Der warme Fahrtwind weht durch die offenen Scheiben und jede Bewegung außerhalb des Fahrzeugs wird genau registriert. Ist es ein Nashorn oder ein Stein, der dort liegt? 

Nach drei Minuten zuckt das Ohr einmal kurz: Mein erstes Nashorn! 

Auf dem Weg nach Skukuzza treffen wir noch auf zwei weitere Nashorngruppen - inklusive Nachwuchs. Wow!!!

Es macht mich unendlich wütend, dass diese friedlichen Grasfresser immer wieder Opfer von Wilderern werden und ihr Überleben bedroht ist. Um so kostbarer fühlt es sich an, sie einfach nur still zu beobachten. 

 

 

Nach Lunch in Skukuza und Kaffee in Lower Sabie (in den vielen Camps gibt es Filialen einer Kaffee-Kette Mug&Bean) bietet die Rückfahrt noch ein weiteres Highlight. Merke: Sollte es irgendwo zu einem Stau kommen, dann liegt das mit allergrößter Wahrscheinlichkeit an einem Leoparden. Sie sind die seltenste Gattung der Big Five, Einzelgänger und stets extrem gut getarnt! 

Oder hättest Du diesen hier auf dem ersten Bild tatsächlich gesehen?

 

Tag 2: Crocodile Bridge - Satara

Tag 2 beginnt auch wieder früh. Die Fahrt in Richtung Satara ist spektakulär. 

Elefanten - allein und in Gruppen streifen durch die Savanne. Eine der wichtigsten Regeln ist: Nerve niemals, wirklich niemals einen Elefanten. Es gibt überall Fotos von demolierten oder umgedrehten Autos, die einem Elefanten zu nahe gekommen sind und auch seine Warnungen ignoriert haben müssen: Ohrenflattern und Rüsselschwingen.

Einer von dieser Sorte - wir nannten ihn den Aggrofant - wollte auf so eindeutige Weise die Straße nicht mit uns teilen, dass wir einen Umweg nehmen mussten. Vielleicht wollte er einfach nur in Ruhe dichten...

 

Satara ist Löwenland. An einem Flussbett sehen wir sie: Die erste Löwenfamilie. Ich bin glücklich! 

 

 

Die Sonne geht langsam unter, und und um 20 Uhr beginnt die Night Safari. Nach Sonnenuntergang darf man nur noch in geführten Touren die Camps verlassen. Mit uns sind ca. 25 Personen in dem Truck unterwegs. Natürlich ist es keine exklusive Tour in einem kleinen Jeep, aber das das macht spätestens dann nichts mehr, als unser Guide querfeldein ein Löwenrudel ortet.

Ein Teil der Gruppe war jagen und stösst nun mit "to go"-Beute zum Rest des Rudels zurück. Gerade die Junglöwen freuen sich augenscheinlich ihre Mütter wiederzusehen, denn es wird sich angeschnurrt und Köpfchen gegeben wie ich das sonst nur von unseren Stubentigern zu Hause kenne.

Doch Vorsicht!! Von vorne nähern sich zwei ausgewachsene Junggesellen-Löwen. Das Brüllen ist tief und laut. Das Rudel ergreift in Gruppen die Flucht. Die Junglöwen sind noch nicht stark genug um zu kämpfen und bleiben lieber bei ihren Müttern. Ich atme erleichtert auf und bin den Rückweg über immer noch in Gedanken bei den Löwen. Irgendwie wird einem hier klar, dass das kein Spiel ist. 

Auf diese Aufregung erstmal einen Rotwein auf der kleinen Terrasse unserer Unterkunft. Um 23 Uhr fühlt es sich hier schon an wie tiefste Nacht. 

Tag 3: Satara - Olifants

 

Man sollte auch früh ins Bett gehen, wenn man am nächsten Morgen einen Sunrise Drive gebucht hat. Denn dieser beginnt um tatsächlich 5 Uhr. Somit sind auch noch keine anderen Wagen im Park, denn die Tore öffnen ja erst um 6 Uhr. 

Und wieder erweist sich Satara als Löwenland. Uns begegnet eine Gruppe aus vier Junggesellen-Löwen - Ihr Alter kann man am Wuchs ihrer Mähne ausmachen. 

 

 

Nach dem Frühstück geht es weiter nach Norden in Richtung Olifants. 

Es lohnt sich immer, einen kleinen Abstecher zu den Wasserlöchern zu machen, denn gerade jetzt, am Ende der Trockenzeit, ist dort immer etwas los. 

Nach den letzten zwei aufregenden Tagen wird es hier ein wenig ruhiger. Zeit zum Durchatmen. 

Tag 4: Olifants - Orpen Gate

 

Der Olifants Park liegt hoch oben auf einem Hügel und hat eine spektakuläre Aussicht auf das Flussbett des Olifant Rivers.

Wir haben einen Morning Walk gebucht, der ganz ernsthaft um 4h morgens startet. Nach einer kurzen Fahrt geht die Wanderung los. Begleitet werden wir durch zwei bewaffnete Guides, die uns die verschiedenen Spuren im Sand erklären. Am Kot eines Elefanten kann man erkennen wie alt er ist und viele Tiere fressen die weißen Hinterlassenschaften der Hyänen, da diese aufgrund der gefressenen Knochen viel Calcium enthalten. Außer Giraffen sehen wir keine größeren Tiere, aber nach den Geschichten der beiden ist mir das ganz recht so. Du hast nämlich keine Chance gegen einen wildgewordenen Elefanten. 

 

 

Die Zeit im Park neigt sich dem Ende entgegen. Wir sind ein wenig erschöpft, aber voller wunderbarer Eindrücke. 

Ein besonderes Highlight wartet aber noch auf uns: Es ist Elefanten-Badetag!

Durchs Gebüsch können wir erahnen, wie im Wasser geplanscht wird, und nach und nach überqueren immer mehr nasse Elefanten die Straße. Sie nehmen Erde vom Boden auf und werfen es mit dem Rüssel über sich. Ein idealer Sonnenschutz. 

Um das Wellnessprogramm rund zu machen, schubbert man sich in Folge noch mit dem Hinterteil ordentlich an einem Baum.

Nach ca. einer halben Stunde sind alle Elefanten durch, und wir können weiterfahren.

Man sollte also immer genügend Zeit für Verzögerungen auf der Strecke einplanen...

 

Zahlen, Daten, Fakten

Die ersten beiden Nächte haben wir in der Crocodile Bridge Safari Lodge verbracht, die direkt an der Grenze zum Park lag. Die Zelte waren gemütlich, und am Zaun zogen regelmäßig Elefanten vorbei. Pro Nacht haben wir 80 Euro bezahlt. 

Die Unterkünfte in Satara und Olifants waren staatliche Camps, die über die Seite SanParks gebucht werden können. 

Trotz der Einfachheit fanden wir sie gemütlich, und vor allem hatte man für ca. 50 Euro die Nacht ein eigenes Bad. Je nach Buchungsklasse stehen eigene Küchen oder Gemeinschaftsküchen zur Verfügung. In allen Camps gibt es einen Supermarkt für Lebensmittel und Getränke sowie ein Restaurant. 

Night Safari, Sunrise Drive und Morning Walk können ebenfalls über SANParks vorgebucht werden und schlugen für zwei Personen mit 110 Euro zu Buche. Dazu kam noch die tägliche Conservation Fee (ca. 15 Euro pro Person/Tag) sowie der Mietwagen mit ca. 100 Euro. Somit bezahlten wir mit allen Ausflügen (ohne Verpflegung) ca. 300 Euro pro Person (ab hier beginnen die günstigsten der Luxus-Lodges pro Tag). 

Der Blick in den unglaublichen Sternenhimmel: Unbezahlbar! 

Sternenhimmel Kruger Park
Sternenhimmel Kruger Park

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Kommentare: 13
  • #1

    Michi (Mittwoch, 30 Dezember 2015 13:51)

    Toller Bericht mit wunderschönen Bildern! Besonders die Tierbabys haben es mir angetan. :-) Nachdem ich mir den Traum einer Safari in der Serengeti vor zwei Jahren erfüllt habe, würde mich jetzt Botswana reizen. Aber der Kruger National Park wäre auf jeden Fall auch eine Überlegung wert.
    LG
    Michi

  • #2

    Markus (Donnerstag, 31 Dezember 2015 18:18)

    WUNDERVOLL! Mein Reisefieber hast Du geweckt. Jetzt fehlt noch ein bisschen Taschengeld ;-) Tolle Bilder die hier mal wieder zeigst. Freu mich auf mehr im Neuen Jahr!!!
    lg Markus

  • #3

    Mici (Sonntag, 03 Januar 2016 15:20)

    wie wunderschön .... ich kann grade nicht alles lesen, weil ich auf dem sprung bin, aber ich freue mich schon heute abend zu ende zu lesen *_*

  • #4

    Christine (Montag, 04 Januar 2016 11:02)

    Also dieses Foto mit dem Sonnenuntergang und dem Baum... wie bei "König der Löwen". Besser könnte man Afrika in einem Foto wohl nicht zusammenfassen.
    Der Sternenhimmel sieht aber auch toll aus.

    Haha, da hast du recht. Also bei all unserem Weihnachtstrubel müssen wir auch oft lachen und denken uns: da könnte man nen Film draus machen. ^^

  • #5

    Neni (Dienstag, 05 Januar 2016 13:45)

    Absoluter Wahnsinn!
    Was du alles gesehen hast. Ich bin sprachlos. Ich will das auch!

  • #6

    Tanja (Mittwoch, 06 Januar 2016 13:17)

    Oh, nein.

    Ich liebäugele gerade mit Südafrika zu Ostern. Dabei war ich froh mich gerade endlich gegen den Krüger entschieden zu haben. Und jetzt zeigst du mir diese Bilder und diesen Blogbeitrag.

    Tja, jetzt muss ich meine Planung wohl noch mal überdenken ... Mist!

    Wunder-wunderschön deiner Erlebnisse!

    Alles Liebe
    Tanja

  • #7

    Tabitha (Sonntag, 10 Januar 2016 14:55)

    @Michi: Botswana ist bestimmt wahnsinnig toll. Und wahrscheinlich noch etwas weniger touristisch als der Kruger Park.

    @Marcus, Mici & Neni: Vielen, vielen Dank für Eure lieben Worte!

  • #8

    Tabitha (Sonntag, 10 Januar 2016 14:58)

    @Christine: Das mit "König der Löwen" passt total :-) Ich hatte ganz oft die Filmmelodien im Kopf!

    @Tanja: Ostern ist ja gar nicht mehr so lange hin...Wir hatten auch lange hin-und her überlegt wegen Kruger und Malaria. Ich bin gespannt, wohin es Dich dann verschlägt.

  • #9

    the travelogue (by Anna & Vanessa) (Mittwoch, 20 Januar 2016 16:07)

    Wunderschöne Bilder!! Da träumen wir auch noch von: eine Safari zu machen. Einfach Wahnsinn, wieviele Tiere du vor die Linse bekommen hast :) ziemliches Glück gehabt!!
    Lieben Gruß, Anna & Vanessa

  • #10

    Tabitha (Mittwoch, 20 Januar 2016 20:43)

    Vor allem der Leopard war Glück pur :-) Ich wünsche Euch auch ganz viel Sichtungserfolg, wenn Ihr es in Angriff nehmt.
    Liebe Grüße, Tabitha

  • #11

    Claudi (Samstag, 30 Januar 2016 22:58)

    Hey Tabitha,

    schöne Fotos und toller Bericht. Bin grade zurück aus Südafrika. Habe dort die Garden Route bereist und leider hat die Zeit nicht mehr ausgereicht, noch in den Krüger-Park hochzufahren. Ich war für zwei Tage in einem kleineren in keinster Weise mit dem Krüger vergleichbaren Reserve und war dort schon total beeindruckt von den Tieren!! Wenn ich jetzt deinen Bericht sehe, bekomme ich schon wieder Fernweh <3

    Güße aus dem Schwarzwald,
    Claudi

  • #12

    Tabitha (Sonntag, 31 Januar 2016 15:58)

    Hey Claudia, das kann ich gut verstehen: Das Fernweh nach der Reise! Aber wenn noch etwas "offen" bleibt, hat man immer einen guten Grund wiederzukommen.

  • #13

    The Inspiration Highway.... (Mittwoch, 24 Februar 2016 16:58)

    I loved going on safari. Your pictures are great!