Paris - Mon amour

Das letzte Mal in Paris war ich mit 17. Damals empfand ich vierzehn Stunden Busfahrt auch noch als Abenteuer. 

Heute geht es bequemer und schneller, und doch sind viele Jahre vergangen, bevor es mich diesen Sommer wieder nach Paris zog.
Erwartungshaltungen hatte ich eigentlich keine, denn der Anlass war zunächst ein Festivalbesuch. Außerdem hatte ich vom sogenannten Paris-Syndrom gelesen, welches vor allem Japaner befällt, wenn sich Ihre Paris-Träume nicht erfüllen.
Doch schon als wir im charmanten Saint Germain ankommen und uns auf den Weg zu unserem Hotel machen, liegt ein gewisser Zauber in der Luft. Die vielen Cafés mit den geflochtenen Stühlen strahlen eine solche gemütliche Gelassenheit aus, dass ich mich gern niederlassen würde.
Es ist Freitag 18h, und der Plan für diesen Abend war es, noch die Sacre Coeur zu besuchen.
Zu diesem Zeitpunkt konnte noch keiner ahnen, dass wir in einen Super-Power-Sightseeing-Rausch verfallen würden. 

Montmartre & Sacre-Coeur

Mit der Metro kommt man sehr schnell nach Montmartre, und so strahlt uns die filigrane Basilika noch im hellsten Tageslicht entgegen. Aufgrund der Lage auf einem Hügel hat man von hier auch einen prächtigen Blick auf die weiße Stadt mit den charakteristischen Schornsteinen.

 

 

Im Park vor der Sacre Coeur liegt eins der wunderbaren Karussells dieser Stadt. Kann man zu alt dafür sein? Niemals! 

 

Beschwingt führen uns unsere Schritte durch das alte Künstlerviertel bis hin zum berühmten Moulin Rouge, dessen Shows ein riesiges Spektakel voller Künstler und Tänzer und viel nackter Haut sein sollen. 

 

Die schönsten Aussichten

Irgendwie ist der Abend viel zu schön als ihn jetzt schon enden zu lassen.

Ich hatte gehört, dass man vom Trocadero aus den schönsten Blick auf den Eiffelturm haben soll. 
Und tatsächlich breitet sich das gesamte Panorama hier in einem goldenen Licht vor uns aus. 

 

Jetzt sind wir schon so nah am Triumphbogen. Warum nicht noch einmal dort vorbeischauen?

Die Schlage an der unterirdischen Kasse ist länger als unser vermutetes Maß an Geduld. Doch wer sagt, dass man nicht per Handy direkt Online-Tickets kaufen kann? Eine enge Wendeltreppe führt auf das Dach des Arc de Triomphe, von wo man einen unglaublichen 360 Grad-Blick auf ganz Paris hat. 

 

Du kannst in der Ferne Montmartre und die Sacre Coeur sehen, bis zum Louvre blicken und natürlich erhebt sich auch hier wieder der Eiffelturm über die Stadt. Ganz langsam geht die Sonne rot über La Defense unter. 
Aber nach Sonnenuntergang wartet bereits das nächste Schauspiel auf seine Bewunderer.  Denn dann glitzert und blinkt der Eiffelturm jede volle Stunde aus tausenden von Glühbirnen. 
Spätestens jetzt frage ich mich, wie man da ein Paris-Syndrom bekommen kann?!? Es ist nämlich wirklich Zuckerguß-Regenbogen-Romantik pur. 

 

 

Zu unserem Glück ist es in Paris überhaupt kein Problem auch um 23h noch essen zu gehen, denn das ist es, was wir in unserem Sightseeing-Rausch völlig vergessen haben. Mit einem Gläschen Wein sitzen wir bis nach Mitternacht im Straßencafé und können kaum glauben, dass wir in so wenigen Stunden so viel erlebt haben. 

 

Kunst & Kultur

Bevor es zum Festival geht, steht noch ein halber Tag unter dem Motto "Kunst und Kultur" an. 

Entlang der Seine spazieren wir in Richtung Louvre.
Die gläsernen Pyramiden sind ein spannender Kontrast zu den alten, schlossartigen Gemäuern.
Die meiste Zeit verbringen wir allerdings im Park beim Vögelfüttern. Die kleinen Gierschlunde kommen sogar auf die Hand, um ein Stück Brot abzustauben.
Unweit vom Louvre entfernt liegt das Musée d'Orsay. Hier sind Künstler wie Monet, Cezanne und Renoir beherbergt.
Doch auch das Gebäude selbst - ein alter Bahnhof- ist ein Highlight.
Die riesigen gläsernen Uhren, durch deren Fenster man Paris sehen kann, scheinen wie ein Fenster in eine andere Welt. 

 

Festivaltime

Das Lollapalloza fand in diesem Jahr das erste Mal in Paris statt. 

Die Anreise mit der Metro ist problemlos möglich. Insgesamt erleben wir eine sehr entspannte, internationale Atmosphäre mit Künstlern wie London Grammar, Imagine Dragons, LP oder Milky Chance. 

Und nicht zu vergessen: Es gibt einen pink beleuchteten Eiffelturm! 

Der Charme von Paris

Gerne hätten wir noch viel mehr Zeit. Um Notre Dame nicht nur zu sehen, sondern auch zu besichtigen und die ansässigen Fabelwesen kennenzulernen.  

Oder um all die süßen kleinen Cafés und Restaurants auszuprobieren, die sich uns auf unseren Wegen durch die Stadt immer wieder anbieten. 

Was für ein Glück, dass es heute keine vierzehn Stunden Busfahrt mehr braucht, um nach Paris zu kommen. 

Zahlen, Daten, Fakten

  • Die meisten deutschen Flughäfen fliegen Paris direkt an. 
  • Beide Pariser Flughäfen sind durch die Metro oder RER an die Innenstadt angebunden. Mit Wartezeiten solltest Du vom CDG aber schon mind. eine Stunde kalkulieren. 
  • In Paris ist es mit dem Eiffelturm so wie mit NYC und dem Empire State Building. Sie sind legendär, aber wenn Du sie besichtigst, sind sie natürlich nicht mit auf dem Foto. Von daher ist der Triumphbogen für Fotos eine gute Wahl. 
  • Wenn Du genau weißt, dass Du etwas besichtigen willst, schau vorher nach Online-Tickets. In den Warteschlangen kann man eine Menge Zeit verbringen. 
  • Wenn Du mit der Metro unterwegs bist, kannst Du Dir (Mehr-)Tagestickes oder Fahrkarten im Zehnerpack an den Automaten besorgen. Hier findest Du alle Infos zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Ich war unglaublich überrascht über die durchgehende Freundlichkeit der Franzosen und total angetan vom Charme der Stadt. Es besteht somit keine akute Gefahr des Paris-Syndroms. 

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