Big Island - Herrin der Elemente

Mouna Kea
Mouna Kea

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Big Island ist der absolute Oberkracher! Wer hier hier nicht von einer Begeisterung in die nächste fällt oder nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß, dem ist nicht mehr zu helfen.

Auf Big Island bekommst Du alles: das Feuer eines aktiven Vulkans, eine spektakuläre Unterwasserwelt, einen befahrbaren 4000er mit Wolken und Sternen zum Greifen nah und natürlich den besten Kaffee der Welt. Kona-Kaffee - mit einer leichten Note von Kokosnuss oder Macadamia-Schokolade. Und erwähnte ich schon die Banana-Macadamia-Pancakes?

 

Im Vergleich zu den anderen Perlen Hawaiis ist Big Island riesig. Das sorgt auch dafür, dass die Insel sich wesentlich "menschenleerer" anfühlt als Oahu oder Kauai. Und Du kommst einfach wahnsinnig nah an eine Natur heran, die so ursprünglich ist, dass sie Dich mit angehaltenem Atem zurücklässt. 


Volcanoes National Park

Kilauea Volcano
Kilauea Volcano

 

Unter Hawaii liegt eine riesige Magma-Quelle. Sie lässt Big Island immer noch wachsen und arbeitet schon an neuen Inseln, die irgendwann durch die Wasseroberfläche emporkommen werden. 

Im Volcanoes National Park liegt der Krater des Kilauea - der Wohnsitz der Vulkangöttin Pele. Auf Gemälden bilden ihre langen schwarzen Haare oft erkaltete Lava-Ströme. Sie ist leicht erzürnbar, schneit aber auch Fruchtbarkeit und Leben. Das kann man bei einer Fahrt durch den Süden perfekt nachempfinden, wenn man sattes Grün im Kontrast auf schwarzem Stein wachsen sieht.

Im Park gibt es diverse Wanderwege; da einige aufgrund der Aktivitäten oder der giftigen fliegenden Haare von Pele gesperrt sind, macht es Sinn sich immer aktuell zu informieren bevor es losgeht. Vom Jaggar Museum aus hat man den perfekten Blick in Richtung Krater. Tagsüber sieht man nur die Rauchschwaden, aber ab der Dämmerung wird das Bild mit jeder Sekunde spektakulärer. Es lohnt sich ein Objektiv mitzubringen, denn mit zunehmender Dunkelheit verwackeln die Bilder sonst. 

Ach ja, seit ein paar Jahren fließt aktuell keine Lava ins Meer - mit den Bildern wird natürlich weiterhin geworben...


Mantas


Atemberaubend - in jeder Hinsicht. In der Nähe von Keahou gibt es ein "Manta Ray Village" - einen Ort, wo Du mit großer Wahrscheinlichkeit nach Sonnenuntergang Mannas treffen kannst. Die wichtigste Regel: Never touch!!!!!! Nicht, weil die Mannas gefährlich wären. Sie haben auch keine giftigen Stacheln oder ähnliches. Sondern um ihre natürliche Schutzschicht nicht ins Ungleichgewicht zu bringen. Unser Tourveranstalter ging mit dem Thema sehr verantwortungsbewusst um, daher eine absolute Empfehlung. Los geht es kurz vor Sonnenuntergang mit dem Katamaran. Sobald die Sonne im Meer versank, wurde eine Konstruktion aus Stäben und Leuchten an die Wasseroberfläche gelegt. Wetsuit an, Schnorchel um und ab ins Wasser. An der Konstruktion hältst Du Dich dann fest und die Füße kommen in so eine "Wassernudel", um auf einer Linie mit der Wasseroberfläche zu sein. Dann werden die Lampen angemacht, in deren Schein man das Lieblingsessen der Mantas sehen kann: Plankton. 

Und dann kommen sie - majestätisch schwebend. Wie nicht von dieser Welt. Mit einer Spannweite von bis zu zwei Metern.  Teilweise wirkt es fast so als würden sie Choreografien aufführen.

Im ersten Moment war ich so fassungslos über soviel Schönheit. Und voller Ehrfurcht. Weil so riesige Wesen so friedlich sind und sich von Plankton ernähren. Das Gefühl hält lange nach. Wahrscheinlich ein Leben lang.


Mauna Kea

Regentag? Kein Problem! Auf gehts in Richtung Mauna Kea. Die Anfahrt erfolgt über die Saddle Road zwischen Kona und Hilo. Es geht laufend bergauf und irgendwann lichten sich die Wolken und plötzlich ist der Himmel strahlend blau. 

Am Visitors Center auf 2800 Meter sollte man auf jeden Fall anhalten; auch um sich an die Höhe zu gewöhnen. Ab hier darf man nur noch mit dem Allradwagen weiterfahren. Und mit dem Mietwagen eigentlich gar nicht, da die Vermieter die Haftung für die Strecke ab hier ausgeschlossen haben. Naja, wir haben es trotzdem getan. Natürlich sehr vorsichtig. Es sind sechs Meilen bis zum Gipfel; die erste Hälfte davon auf einer unbefestigten Schotterpiste. Auf jeden Fall braucht man einen sehr niedrigen Gang und hat hoffentlich vorher getankt (auch auf der Saddle Road gibt es keine Tankstellen), denn der Wagen schluckt den Berg hoch ohne Ende. Nach ca. drei Meilen ist die Fahrbahn wieder asphaltiert, aber teilweise verdammt steil. 

Und endlich sind sie da: Die Observatorien in einer Mondlandschaft über den Wolken. Wahnsinn!!!

Zum Gipfel (4205 Meter) ist es eigentlich nur ein kurzer Weg, aber die Luft hier oben ist einfach viel dünner, und somit strengt jeder Schritt viel mehr an. 

Spätestens eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang müssen alle Besucher den Gipfel verlassen. Wir haben dies schon vorher getan und uns den Sonnenuntergang auf einem kleinem Berg nähe des Visitor Centers angesehen. Das wäre auch eine Möglichkeit für alle, die ohne Geländewagen hierher kommen. 

Du hast wirklich das Gefühl die Wolken direkt anfassen zu können. Während die Sonne untergeht (und zwar schon um 18h) verändern sich die Farben des Himmels laufend. Kurz vor der Dunkelheit scheint der Horizont dann in rosa und blau. 

 

Aber jetzt ist noch nicht der Moment für den Heimweg. Denn nun dreht das Visitor Center (zuvor nicht ganz so spektakulär) auf und holt seine Teleskope heraus. 

Schon ohne Teleskop sind hier oben die Sterne in einer unglaublichen Klarheit zu sehen. Mit jeder Minute tritt die Milchstraße mehr aus dem Dunkel des Himmels. 

 

Durch die Teleskope konnten wir dann total klar den Saturn sehen - mit Ring. 

Sehr, sehr beeindruckend.

Und da es da oben ziemlich kalt wird - vor allem nach Einbruch der Dunkelheit, gibt es heißen Kakao zu kaufen. Oder Tee. Oder besonders beliebt bei den asiatischen Besuchern: Instant-Nudelgerichte. 

Schildkröten am Punaluu Beach


Mein größter Wunsch an Hawaii war es mit Schildkröten zu schwimmen. Und er ist in Erfüllung gegangen. 

Am Punaluu Beach bin ich dann im Schildkrötenhimmel angekommen. Hier sonnen sie sich nicht nur am schwarzen Lavastrand, sondern sind gerade um die Mittagszeit vielfach in Ufernähe anzutreffen. Auch hier gilt wieder: Bitte nicht anfassen!!!


Am hinteren Ende des Strandes, wo die 10-Minuten-Besucher, die mal schnell eine Schildkröte fotografieren wollen, gar nicht hinkommen, gibt es eine geschützte Badebucht, die der ideale Meet&Greet-Point ist. 


Pu'uhonua o honaunau


Pu'uhounua bedeutet Zufluchtsort. 

An diesem paradiesisch anmutendem Platz kommst Du mit der Geschichte von Hawaii in Berührung, denn bis 1819 wurde der Ort tatsächlich als Zufluchtsstätte für die genutzt, die ein "Verbrechen" gegangen hatten. Zum Beispiel ein Mitglied der Königsfamilie anzusehen oder zur falschen Zeit Holz zu sammeln. Frauen konnten natürlich noch mehr falsch machen als Männer. Um dem Tod zu entgehen, musste einer dieser Orte erreicht werden, oft schwimmend in stürmischer See. Erst nach vollzogenen Reinigungszeremonien durch die Priester konnte das Leben fortgesetzt werden. 


Normalerweise soll man die Mittagszeit hier meiden, da kaum Schatten da ist. Allerdings sind dann auch kaum andere Menschen hier und man spürt mehr von der alten Kraft dieses Ortes. 


In der Bucht, die direkt an den Park grenzt, kann man ebenfalls ganz wunderbar schnorcheln. Auch hier gibt es Schildkröten.

It's Iron Man


Und dann gibt es noch einen der härtesten Wettkämpfe der Welt auf Hawaii. Den Iron Man. 3,68 km Schwimmen, 180 km Radfahren und dann noch einen Marathon laufen. In teilweise sengender Hitze und mit Gegenwind. Ich habe sie gesehen und kann nur sagen "Hochachtung". Möchte ich das auch? Ach nö!!!

Dann lieber noch mal mit den Schildkröten schwimmen gehen. Oder eine der frischen Ananas essen. Ananas sollen ja auch Fett verbrennen... Und dann einfach auf die schwarzen Klippen setzen, während das Meer an die Felsen brandet und die Elemente aufeinanderprallen. 

Zahlen, Daten, Fakten


  • Hawaii hat einen Nationalfisch: Den Humuhumunukunukuāpua‘a, den Du an Westküste von Big Island treffen kannst.
  • Es gibt zwei Flughäfen: Hilo (Ostküste) und Kona (Westküste), die von Oahu oder Maui direkt angeflogen werden. 
  • Die Westküste hat mehr Sonnentage, Sandstrände und ein trockeneres Klima. 
  • Ein Mietwagen ist fast unumgänglich, wenn man die Insel erkunden will und sollte im Vorfeld gebucht werden.
  • Große Supermärkte gibt es tatsächlich fast nur in Kona und Hilo, Selbstversorger sollten sich dort die Grundausstattung holen. 
  • Aufgrund der Höhe des Mauna Kea ist jede Menge Druckausgleich nötig (wie beim Starten und Landen im Flugzeug). Es kann auch zu Höhenkrankheit kommen. Am Besten nicht mit dicker Erkältung unternehmen.
  • Auf dem linken Bild siehst Du Joey. Er ist ein Goldstaub-Taggecko. Wenn Du ihn siehst, soll ich folgendes ausrichten: Er mag gern Banane oder Ananas (und Fliegen natürlich).  


Noch nicht genug von Hawaii? Hier gehts nach Kauai.

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Kommentare: 8
  • #1

    Neni (Dienstag, 24 November 2015 17:53)

    Jetzt hat sich so, so schlimmes Fernweh eingestellt.
    Was für schöne Erlebnisse, Orte, Aussichten - alles!

  • #2

    Paleica (Montag, 30 November 2015 09:00)

    hach ist das schön! ich will da hin! sofort!

  • #3

    Tabitha (Montag, 30 November 2015 19:27)

    @Neni: Hawaii gehört irgendwie tatsächlich auf jede Fernweh-Liste...
    @Palecia: Ich komme sofort wieder mit!

  • #4

    Klaus (Sonntag, 27 Dezember 2015 07:11)

    Wow, deine Bilder von den Honus sind toll! So viele auf einmal haben wir nicht gesehen, beeindruckt haben sie uns auch.
    Vom Tauchen mit den Manta-Rochen habe ich gelesen und kann nachempfinden, dass es klasse gewesen sein muss!

  • #5

    Tabitha (Sonntag, 27 Dezember 2015 08:41)

    Hallo Klaus, ja die Honus und die unendliche Gelassenheit, die sie ausstrahlen, sind irgendwie faszinierend. Und die Mantas in ihrer Eleganz unübertroffen.

  • #6

    Anna (Donnerstag, 11 Februar 2016 23:31)

    Traumhafte Bilder! Hawai ist eines meiner Traumziele, allein schon wegen der Vulkane. Muss mir die Bilder direkt noch mal anschauen. ;-)

    Herzlich,
    Anna

  • #7

    Tabitha (Sonntag, 21 Februar 2016 14:17)

    Hey Anna, Hawaii hat wirklich extrem viel zu bieten. Und Vulkane zum Befahren findet man selten auf der Welt ;-)

  • #8

    Anna (Mittwoch, 26 Juli 2017 08:43)

    Da kommentiere ich doch direkt ein zweites Mal (ein Jahr später): Inzwischen bin ich auf Hawaii gewesen - leider aber nicht auf Big Island. Dafür habe ich Maui und Oahu unsicher gemacht und auf Maui habe ich auch den Haleakala befahren. Wirklich wunderschöne Inseln. Allein schon wegen Big Island und Kauai muss ich aber noch einmal zurückkommen. :-)

    Herzlich,
    Anna